Die Post und die Kunst
Seit 1924 fördern und sammeln wir zeitgenössische Kunst. Heute umfasst unsere Sammlung rund 500 Werke. Unser Engagement geht aber weit über den Ankauf hinaus. Die Post nimmt eine Vorreiterrolle im Bereich der Firmenkunstsammlungen sowie im Bereich der Kunst- und Kulturförderung ein.
In Kürze
Seit über 100 Jahren engagieren wir uns für Kunst in der Schweiz. Unser Kunstengagement beruht auf drei Pfeilern: Kunstsammlung, Kunst am Bau und Partnerschaft mit «Kunst in der Peripherie»-Anlässen.
Begleitet wird dieses Engagement von unserer Kunstkommission, die uns bei der Auswahl neuer Werke und der Weiterentwicklung der Sammlung unterstützt.
Unser Kunstengagement
Das Kunstengagement der Post bietet dem Kunstschaffen in der Schweiz eine vielfältige Plattform. Ziel ist das Aufgreifen und das Vermitteln von Themen und Anliegen, welche die Schweizer Gesellschaft wie die Post gleichermassen beschäftigen.
Die Post ermöglicht und fördert mithilfe von Schweizer Kunst einen Dialog in der Gesellschaft. Bei der Auswahl von neuen Sammlungswerken wird darauf geachtet, dass sie Themen und Anliegen aufgreifen, welche auch die Schweizer Gesellschaft als solche beschäftigen. Hierzu zählen wir aktuell als auch in den kommenden Jahren Themen wie Diversität, soziale Gerechtigkeit, Sorge um natürliche Ressourcen, Nachhaltigkeit und Klimafragen, die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte sowie den Einfluss neuer Technologien auf unsere Lebenswelten. Der Post ist es wichtig, dass die Kunstsammlung die Wirklichkeit in unserem Land widerspiegelt und durch inhaltlich präzise Werke reflektiert. Damit wird die Kunst nicht nur als solche gewürdigt, sondern als Möglichkeit gesehen, unsere Zeit und ihre Herausforderungen in vielfältiger Weise darzustellen und besser zu verstehen.

Kunstsammlung
Die Kunstsammlung der Schweizerischen Post hat eine traditionsreiche Vergangenheit. Das Förderengagement des Bundes hat seine Anfänge mit dem Bundesbeschluss betreffend Förderung und Hebung der schweizerischen Kunst von 1887 sowie der Verordnung über die eidgenössische Kunstpflege vom 29. September 1924. Die Kunstsammlung umfasst heute rund 500 Werke.
Die Fachstelle Kunst, die Kunstkommission und externe Fachberater sind zuständig für gezielte Ankäufe zeitgenössischer Kunst. Eines der Kriterien bei Ankäufen ist der Bezug zur Schweiz und zu gesellschaftlich relevanten Themen.
Ziel der Sammlung ist es, aktuelle Themen, die die Post wie auch die schweizerische Bevölkerung gleichermassen beschäftigen, aufzugreifen und landesweit in Ausstellungen zu präsentieren. Die Post nimmt dadurch ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und leistet unter anderem durch Werkankäufe einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung der Schweizer Kunstszene.

Kunst am Bau
Die Wurzeln des Kunst-am-Bau-Engagements der Post liegen im Jahr 1887 und gehen auf den Bundesbeschluss «betreffend die Förderung und Hebung der schweizerischen Kunst» zurück. In dieser Zeit entstanden erste, durch Bundesmittel finanzierte Neubauten für die Postbetriebe, die mit künstlerischem Schmuck ausstaffiert wurden. Ein Beispiel sind die Figuren von Karl Alfred Lanz an der Luzerner Hauptpost. Da die Post lange Zeit die einzige zentralstaatliche Einrichtung des 1848 gegründeten Schweizer Bundesstaats war, prägte sie die Identität der noch jungen und kulturell diversen Nation entscheidend mit.
Ab 1910 wählte der Bundesrat auf Vorschlag des Departements des Innern die Eidgenössische Kunstkommission (EKK). Diese besteht bis heute und berät das Bundesamt für Kultur in allen Fragen der Kunst- und Architekturförderung; ihre Mitglieder sind Teil der Jury der Swiss Art Awards. Die EKK wurde jedoch nicht von Beginn an in die Vergabe von künstlerischen Aufträgen für Gebäude der Post einbezogen. Die eidgenössische Baudirektion bzw. die Postverwaltung vergaben diese oft direkt oder es wurden keine Mitglieder der EKK in die Kommissionen berufen.
Erst ab Mitte der 1930er-Jahre etablierte sich die Federführung der EKK im Rahmen von Wettbewerben. In dieser Zeit entstand auch die Idee, ein Prozent der Bausumme in künstlerische Arbeiten zu investieren. Dies wurde jedoch erst 1949 von der Generaldirektion PTT als reguläre Praxis eingeführt. Das Kunstprozent hat sich seitdem nicht nur bei der Post, sondern auch bei öffentlichen Bauherren und Stiftungen schweizweit etabliert. Kunst-am-Bau-Aufträge waren während der Weltwirtschaftskrise und bis nach dem zweiten Weltkrieg um 1950 eine wichtige Unterstützungsmassnahme für notleidende Kunstschaffende. Und bis heute sind diese Projekte eine wichtige Einkommensquelle für Künstlerinnen und Künstler. Dabei lässt sich feststellen, dass der Unterstützungsgedanke oft föderalistisch geprägt ist: Die eingeladenen Kunstschaffenden haben oft einen Bezug zur Region, in der das Bauprojekt realisiert wird.
Die Gattung Kunst am Bau emanzipierte sich ab 1950 vom engen Korsett des «Bauschmucks» und begegnete der Architektur immer mehr auf Augenhöhe. Dies hing nicht zuletzt mit einer neuen Bauweise zusammen. Architektonische Formen wie Nischen, Giebeln und Friese, die für «Bauschmuck» vorgesehen waren, standen bei Gebäuden aus armiertem Beton nicht mehr zur Verfügung. Was die Inhalte der künstlerischen Interventionen angeht, dominierten bis in die 1950er-Jahre Darstellungen, welche die Leistungen der PTT-Betriebe (Post, Telefon und Telegrafie) glorifizieren. Danach befreite sich die Kunst von PTT-Themen. Zuweilen kommt der Kunst auch die Funktion zu, die Akzeptanz von insbesondere modernistischen Bauten zu steigern, die der Kritik durch die Öffentlichkeit ausgesetzt sind.
Kunst in der Peripherie
Die Partnerschaft der Post mit «Kunst in der Peripherie»-Anlässen bildet die ideale Ergänzung des traditionellen Engagements und setzt gleichzeitig einen neuen Meilenstein im Bereich der Firmenkunstsammlungen sowie der Fördertradition in der Schweiz. Die Post agiert als verbindende und fördernde Partnerin, die ihre posteigenen Dienstleistungen zur Verfügung stellt.
Mit «Kunst in der Peripherie» sind kuratierte, temporäre Non-Profit-Kunstanlässe ausserhalb der urbanen Zentren gemeint. Kunstschaffende werden eingeladen, sich mit dem jeweiligen Ort auseinanderzusetzen und ortsspezifische Arbeiten zu schaffen. Abgelegene Orte erfahren so einen stimulierenden Mehrwert, Menschen aus der Stadt entdecken die Landschaft und der örtlichen Bevölkerung wird eine neue Perspektive eröffnet. Die Anlässe sind kostenlos und fast zu jeder Tages- und Nachtzeit zu besuchen, gerne auch mit Kindern und Hund oder Fahrrad.
